Convivo Unternehmensgruppe

Kommunikation mit Mundschutz

Aus den Rubriken Kompetenz, Pflege und Work/Life von Sabine Greulich.

Für uns ist es wichtig, gesehen, gehört und verstanden zu werden. Worauf wir bei der Kommunikation mit Mundschutz nun vermehrt achten sollten und was wir durch ihn auch gewinnen, haben wir für euch zusammengefasst.


Ein gemeinsamer Text von Michaela Pawlowski und Sabine Greulich aus dem Fachbereich Pflege und Betreuung

 

Darauf sollten wir achten

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Für uns ist es sehr wichtig, gesehen, gehört und verstanden zu werden. Ob uns dies gelingt, erkennen wir zu einem sehr großen Anteil an der Mimik. Wenn wir zum Beispiel jemanden kennen lernen oder auf fremde Menschen treffen, kommt ein non-verbales Signal ins Spiel: das Lächeln. Es zeigt freundliche Annahme und ein positives Gesehen werden von einem anderen Menschen. Aber auch an der Augen- und Augenbrauenpartie sowie der Stirn lesen wir Vieles ab.

Mit dem Tragen des Mundschutzes sind einige Bereiche unseres Gesichts verborgen, die wir für eine stimmige und damit gelungene Kommunikation besonders benötigen.

So sind wir also in dieser Zeit besonders aufgefordert, genauer hinzuschauen, uns wahrzunehmen und auch die anderen non-verbalen Kanäle vermehrt zu nutzen.

Wir können mehr Gestik einsetzen, wenn wir die Hände frei haben.

Außerdem braucht es ein genaueres Hin-Hören. Was genau wird gesagt und habe ich das, was gesagt wird, auch so verstanden, wie es gemeint ist? Für die echte Zuwendung zu einem anderen Menschen sind dies wichtige Voraussetzungen. Durch das Tragen der Masken sind wir aufgefordert, noch einmal mehr nachzufragen und gleichzeitig besser zuzuhören. Beides zusammen kennen wir auch als Aktives Zuhören.

Wir sollten außerdem darauf vorbereitet sein, dass es vermehrt zu Missverständnissen kommen kann und diesen so gelassen und ruhig wie möglich begegnen.

Auch Umarmungen und Händeschütteln entfallen in dieser Zeit. Es ist also wichtig, Stimme und Rhetorik bewusster einzusetzen, wenn man etwas auf der Beziehungsebene ausdrücken möchte: „Das ist toll“, „Ich freue mich, dich zu sehen“ oder die Frage nach dem Befinden können Nähe und Sympathie schaffen. Ein Lächeln hört man auch in der Stimme.

Damit das Empfinden von Anonymität durch die Maske nicht zu einem Gefühl von Einsamkeit führt, sind wir aufgefordert, auf die Menschen mit echtem Interesse und auch erkennbarer Zuwendung zuzugehen, so dies gewünscht ist.

 

Das gewinnen wir

Die Maske kann in dieser Zeit auch als Statement dienen. Durch die Auswahl von Stoff, Farbe und Verzierungen kommunizieren wir mit anderen. Gleichzeitig ist sie auch eine Botschaft: Ich nehme die Situation ernst.

Da wir uns nicht nur auf die visuellen Signale unseres Gegenübers verlassen können und nun mehr nachfragen und klarstellen müssen, entschleunigt sich unsere Kommunikation und wir nehmen uns mehr Zeit. Außerdem erkennen wir, wie wichtig unsere Körpersprache ist. Aber auch die Stimme kann sehr viel leisten und ist wichtiger, als den meisten bewusst ist. Sie ist unser „akustischer Fingerabdruck“ und transportiert unsere Stimmung und Persönlichkeit.

Die Maske kann außerdem auch für Entspannung beim Sprechen und der Kontaktaufnahme sorgen, da die Träger*innen wissen, dass sie nicht so leicht lesbar sind und sich hinter der Maske auch verbergen können, wenn sie möchten.

Diagramme zur Kommunikation mit und ohne Maske

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Über die Autorin Sabine Greulich

Sabine Greulich

Sabine Greulich unterstützt seit 20 Jahren demente Menschen, Angehörigen und Pflegende dabei, auch mit Demenz Lebensqualität, Wertschätzung und Freude im Miteinander zu finden. Ihr berufliches Motto: „Demenz ist tragisch – aber nicht nur“.

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