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Seelische Gesundheit #5: Die Haltung

Aus der Rubrik von Michaela Pawlowski.

„Meine Haltung - macht meine Haltung – macht meine Haltung.“ Schon Charley Brown hatte gelernt, wenn er sich aufrecht hinstellt, die Brust reckt und dann auch noch lächelt, ist es ihm nicht mehr möglich, sich weiterhin traurig oder antriebslos zu fühlen. Wir können über eine aktive Veränderung unserer Körperhaltung eine Veränderung unserer Gefühle und Gedanken erreichen. Probiere es einmal aus. Stelle dich mit gebeugtem Rücken hin, schaue auf den Boden, lass richtig den Kopf hängen. Wie fühlst du dich so? Was denkst du jetzt? Kannst du nach vorne schauen? Dann richte dich aktiv auf, schaue um dich herum, in alle Richtungen und vielleicht schenkst du dir auch ein Lächeln. Folgend ein paar konkrete Tipps dazu:


1. DIE HALTUNG VERÄNDERN

Du kannst dich recken, die Arme weit nach oben strecken. Damit weckst du ein positives Lebensgefühl.

Du kannst dir selbst Rückenstärkung geben, indem du dich dicht an eine Wand stellst und den Rücken dagegen drückst. Auf einem Stuhl mit fester Lehne geht es ebenso gut.

Du kannst dich aufrecht hinstellen und die Brust recken, die Hände in die Hüften stemmen. So, als ob du dieser Situation aufrecht und offen gegenüberstehst.


2. FESTER STAND

Hilft, wenn du gerade nicht weißt, wo dir der Kopf steht.

Manchmal sollen/ wollen wir möglichst alles gleichzeitig erledigen. Das geht nicht – und doch versuchen wir es immer mal wieder. In solchen Situation hilft es, sich kurz seiner Position und des eigenen Stehens/ Sitzens bewusst zu sein:

  • Stelle oder setze dich so hin, dass beide Füße festen Kontakt zum Boden spüren. Nimm wahr, wie du diese Verbindung mit dem Boden spürst
  • Richte deinen Oberkörper auf, den Kopf und deinen Blick gerade ausgerichtet. Nimm wahr, was du siehst
  • Bewege die Schultern sanft in einer kleinen kreisenden Bewegung über vorn, nach oben und dann rückwärts wieder nach unten
  • Der Brustkorb weitet sich, der Rücken bleibt gerade, der Blick geradeaus gerichtet
  • Nimm dich jetzt in Gänze wahr: vom Scheitel bis zur Sohle und atme zweimal tief ein, als würdest du bis in deinen Bauch hinein atmen

Nun weißt du wieder, wo dir der Kopf steht, dass dich der Boden trägt und du den nächsten Schritt gehen kannst.


3. KRAFT AUSÜBEN

...und Wut abarbeiten.

Schattenboxen

Boxe in die Luft und dies nicht nur mit den Armen und Fäusten, sondern auch wie beim Kickboxen mit Tritten zur Seite und nach oben. Du kommst ins Schwitzen, das Herz schlägt schnell und du verbindest es aktiv mit dem Gefühl von Kraft und Sich-Wehren-Können.

Klopfen auf die Brust

Dies hilft nicht nur Gorillamännchen, sondern auch uns Menschen. Wer dann noch brüllen oder laute Geräusche machen kann, baut noch besser Stress ab.


4. HIN- UND HERWIEGEN

  • Wiege dich hin und her
  • Drehe dabei leicht den Körper und deinen Kopf mit

Wie beim Snoezelen kommst du mit dieser tröstlichen Übung körperlich in weichere Bewegungen und damit auch leichter aus der Starre, die Angst bisweilen auslösen kann.

Hilft, sich selbst Trost und Beruhigung zu spenden und gleichzeitig die Schockstarre zu lösen. Muskellockerung lockert auch die Emotionen.


5. SICH SCHÜTTELN

Eine der hilfreichsten Übungen bei Schock, großem Ärger und Angst. 

  • Fange mit einem Körperteil an und schüttle es
  • Versuche dann jede Körperpartie so richtig ins Schütteln zu bringen - Arme, Beine, Oberkörper und Kopf
  • Mache dies, bis du merkst, wie du nach und nach lockerer wirst - schüttle alles ab, das du loswerden willst

Dies hilft besonders gut als Notfallübung direkt nach einem schlechten Erlebnis oder, wenn Erinnerungen an schlechte Erlebnisse hochkommen. Schüttle dich ab. 

Stressphysiologie: Zu viele Stresshormone lassen den Körper unkontrolliert zittern. Mit einem von dir selbst kontrollierten Schütteln baust du auch Erregung ab und gleichzeitig übernimmst du damit bewusst die Kontrolle darüber – zwei sehr positive Effekte.


Quellen

  • Alles gut. Das kleine Überlebensbuch. Dr. med. Claudia Croos-Müller
  • Ausgewählte Übungen auch online: Body2Brain als kostenfreie App
  • Ergänzt um Übungen aus der Somatisch-emotionalen Traumatherapie SEI

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