Convivo Unternehmensgruppe

Verstandene Angehörige sind verständnisvolle Angehörige

Aus den Rubriken Kompetenz, Kultur und Pflege von Sabine Greulich.

Ich war beim Angehörigentreffen in unserem Seniorenhaus Ansbacher Straße zu Besuch und habe mit den Angehörigen über das Thema Demenz gesprochen.


Austausch zwischen Angehörigen und Pflegekräften

Heute ist der häufigste Grund für einen Umzug in ein Pflegeheim eine fortgeschrittene Demenz. Viele Angehörige empfinden Schuldgefühle, wenn sie den*die Erkrankte*n in die Obhut anderer abgeben müssen. Sie haben das Gefühl ihrer Verantwortung nicht gerecht zu werden und fürchten sich vor dem Urteil ihres Umfeldes. Mit all ihrer Sorge, den Schuldgefühlen, der Scham, dem "Nicht-mehr-Können" und den Konflikten treten die Angehörigen den Pflegekräften gegenüber. Dabei sind sie selbst Hilfebedürftige, aber gleichzeitig auch Experten – niemand kennt die Eigenarten und Bedürfnisse des*der Erkrankten so gut wie sie. Daher ist ein partnerschaftliches Miteinander und eine funktionierende Kommunikation während des Heimaufenthalts wichtig. Regelmäßige Angehörigentreffen helfen, Verständnis und Vertrauen auf beiden Seiten zu fördern.

Vortrag und Gespräch zum Thema Demenz

Am 13.11.19 hatten mich die Mitarbeiter*innen unseres Seniorenhauses Ansbacher Straße eingeladen, um über die Demenzkrankheit zu sprechen. „Welche unterschiedlichen Demenzformen gibt es? Was ist in einzelnen Phasen der Demenz wichtig? Wie fühlt sich das eigentlich an, eine Demenz zu haben? Warum beschuldigt mich mein dementer Angehöriger immer wieder, ihm Dinge gestohlen zu haben?“ Diese und viele weitere Fragen beschäftigte die abendliche Runde aus pflegenden Angehörigen. Das Leben von Angehörigen wird viele Jahre von Stress und Trauer begleitet, die keinen Abschluss finden. In dieser Polarität des Lebens bedürfen sie unserer Fürsorge, unserer Hochachtung und Behutsamkeit, aber auch immer wieder unseres Verständnisses. Die Veranstaltung und der emphatische Umgang mit dem Thema kam bei den Angehörigen sehr positiv an. Ergänzend dazu fanden auch die „Sieben Flyer zum Vergessen“, die wir schon in einem anderen CAMPUS-Artikel vorgestellt haben, großen Anklang.

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Über die Autorin Sabine Greulich

Sabine Greulich

Sabine Greulich unterstützt seit 20 Jahren demente Menschen, Angehörigen und Pflegende dabei, auch mit Demenz Lebensqualität, Wertschätzung und Freude im Miteinander zu finden. Ihr berufliches Motto: „Demenz ist tragisch – aber nicht nur“.

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