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Was ist eine gute Beratung zur Demenz?

Aus der Rubrik Pflege von Sabine Greulich.

Unsere nachdenkliche Demenzbeauftragte erzählt aus ihrem Alltag im Umgang mit dem Thema Demenz.


Ein 77-jähriger Mann sitzt mir gegenüber und erzählt, seine Frau habe ihn geschickt. Er soll sich doch erkundigen, welche Medikamente bei Demenz helfen. Sie sagt ihm des Öfteren, er sei in letzter Zeit „vergesslich“. Mit seinem Arzt hat er noch nicht gesprochen. Diagnostik? Fehlanzeige!

Er erzählt, wie schwer ihm die Kontaktaufnahme zu mir gefallen sei. Er selbst fährt noch Auto, macht Einkäufe, telefoniert u.v.m. Er spürt keine Einbußen in seinem Alltag. Ich spüre seine Angst, die Angst ich könnte ihm sagen, dass alle Annahmen richtig seien. Ich ermutige ihn aber erst mal, mit seinem Arzt zu sprechen, und alle Möglichkeiten der Diagnostik auszuschöpfen. Nicht alles, was nach einer Demenz aussieht ist auch tatsächlich eine. Den Wunsch des 77-Jährigen danach einfach „eine Pille einzuwerfen und alles ist wieder gut“, konnte ich leider nicht erfüllen.

„Eine Pille einzuwerfen und alles ist wieder gut“ funktioniert bei Demenzerkrankungen nicht.

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Über die Autorin Sabine Greulich

Sabine Greulich

Sabine Greulich unterstützt seit 20 Jahren demente Menschen, Angehörigen und Pflegende dabei, auch mit Demenz Lebensqualität, Wertschätzung und Freude im Miteinander zu finden. Ihr berufliches Motto: „Demenz ist tragisch – aber nicht nur“.

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